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1Im 7. Himmel
(Montferrine, Opus 143; Februar 2010)
Beim Musizieren im Münstertal mit der Chapella Val Mora geriet der Schmied und Akkordeonist Ernst Gross in einen solch aussergewöhnlichen "flow", dass er sich "im 7. Himmel" fühlte. (Siehe ×)

2Flambierti Vorhäng
(Walzer, Opus 138; Februar 2009)
Ehrlich gesagt: Dass die Feuerwehr anrücken musste, ist Mangoldsches Zutun; aber angeschmort waren die Küchenvorhänge schon, als Adrienne Stuber die OLK bekocht hatte und zum Abrunden eine Crème brûlée mit dem neuen, undichten "Flammenwerfer" bräunen wollte. Sie konnte ihn übrigens anstandslos umtauschen.

3Irish Coffee.ch
(Schottisch, Opus 130; Dezember 2007)
Volkstanz
Eine selbstverschuldete und -auferlegte Auftragskomposition, welche irisch angehaucht sein musste, die Wurzeln aber immer noch in der Schweiz (.ch) haben sollte.

4Lirum, larum Löffelstiel
(Schottisch, Opus 129; Dezember 2007)
Auftragskomposition (im Original für Schwyzerörgeli) von Vreni Limacher zum runden Geburtstag für ihren Partner und Hobbykoch Rolf Glarner.

5Q-linarisch
(Polka, Opus 141; 17. Februar 2010)
Auf einer Fahrt ins Bündnerland haben wir die Wortschöpfung entdeckt, aufgenommen und als passend einerseits für unsere Jubiläums-CD und andererseits als Nachfolgetitel zur CD "à la carte" befunden.
Komponiert am 56. Geburtstag.

6Der Eremit
(Walzer, Opus 145; März 2010)
Nach einigen Wochen Einsamkeit im Münstertal wurde Urs als Einsiedler bezeichnet. Hier sein musikalisches Tagebuch.

7Der Glögglifrosch
(Schottisch, Opus 139; Oktober 2009)
Dialektwort für die Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans, Gattung der Froschlurche); der typische, "glöckelnde" Ruf ist im Trio zu hören.

8Habsburger-Mazurka
(Mazurka, Opus 133; April 2008)
Volkstanz
Auftragskomposition von Annemarie Bättig für den Aargauischen Kantonal-Tanzleiter Werner Vogel.

9Wurstzipfel-Marsch
(Marsch, Opus 131; Februar 2008)
Seit einigen Jahren spielt die OLK an der legendären Metzgeten, welche die rührige Martha Hänni organisiert. An diesem Schmaus entstehen durch die Musikanten mindestens 35 Wurstzipfel.

10Hü, gopfridstutz!
(Polka/Schottisch, Opus 82; März 1995)
Im August 1994 spielte die OLK an Beat Halters Rigi-Stubete zusammen mit "La Rebögne", einer originellen Ländlerkapelle aus Ollon. Der Musikant Guy Pasche - Spitzname "Guy-Guy" - liess sich aus Jux von seinen Mitmusikanten in einer Sänfte durch die Wirtschaft tragen. Doch anscheinend ging es ihm zu langsam, so dass er wild mit seinem Hut auf den Vordermann einschlug und dazu in gebrochenem Deutsch rief: "Hü, gopfchridschdütz!".

11Der Kurschatte
(Walzer, Opus 132; Oktober 2008)
Bei einigen Auftritten zusammen mit der Trachtengruppe Hellikon im Kurzentrum Bad Säckingen beobachteten wir Musiker zwischenmenschliche Beziehungen. Einige schienen erst im Anfangsstadium zu stecken. Der Melodieverlauf ist das musikalische Abbild davon. Blicke in die Zukunft sind auch gestattet.

12Der Mozart
(Schottisch, Opus 124; Januar 2006)
Volkstanz
Komponiert am 250. Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart (27. Februar 1756 bis 5. Dezember 1791).

13s'Züri-Tirggeli
Volkstanz
(Walzer, Opus 128; November 2007)
Auftragskomposition von Karl Füeger für den Volkstanzkreis Zürich zum 47. und letzten Volkstanzball im Kongresshaus Zürich am 19. Januar 2008.

14Buffalora
(Schottisch, Opus 142; Februar 2010)
Buffalora ist ein Ort mit Wetterstation am Ofenpass und bedeutet "windiges Wetter". Weil das Wort an amerikanische Büffel erinnert, sollen dies auch die Komposition und die Interpretation widerspiegeln.

15Syg's wie's well!
(Opus 146; September 2010)
Bei einer intensiven und spannenden, aber nicht enden wollenden Diskussion, an welcher Urs und Thomas Preg anwesend waren, führte Letzterer mit seinem legendären Ausspruch "Me kchas au so gseh!" den ersehnten Feierabend herbei.
Zur Hochzeit von Thomas und Ursi in Anlehnung an den Ausspruch geschrieben.

16Surprise
(Walzer, Opus 144; Februar 2010)
Genau auf die Musik hören genügt; selbsterklärend.

17Spaghetti am Meter
(Walzer, Opus 134; November 2008)
Die OLK-Fanin Seraina Riedi überraschte uns mit einem Pack meterlanger (notariell nachgemessen und beglaubigt) Spaghetti. Das Kochen und Schöpfen von der Leiter aus wurde von Vreni Mangold bravourös gemeistert. Sicher hört Ihr das Aufrollen der Spaghetti, das Saucenschöpfen, das Streuen des Parmesans, ...

18Es Sytesprüngli
(Montferrine, Opus 136; Februar 2009)
Auf einem verschneiten und vereisten Weglein ausgerutscht, aber aufgefangen, wurde der Komponist von einer Kollegin gefragt: "Hesch es Sytesprüngli gmacht?".
Die musikalische Antwort lässt alles offen.

19Mättewiler Suppefuerme
(Walzer, Opus 127; Oktober 2006)
Auftragskomposition von Verena und Ruedi Graf, Küttigen, zum 60. Geburtstag von Willi Flückiger, Mättenwil, welcher mit seinem Lastwagen Speiseabfälle transportierte.

20Gaunerzingge
(Polka, Opus 125; März 2006)
Für die verbale Kommunikation während des Musizierens sind die Klarinettisten sehr eingeschränkt. Nonverbal können sie sich aber trotzdem mit "geheimen" Zeichen mitteilen. (Siehe ××)

21Simplon-Schottisch
(Schottisch, Opus 140; Oktober 2009)
Auf dem Simplonpass bei einem währschaften Zvieri (Roggenbrot, Käse, Würstli und Dôle) am Strassenrand notiert.

22Mit Altersbonus
(Walzer, Opus 137; Februar 2009)
Komponiert für die einzige Frau in der OLK zum 50. Geburtstag.



×Der Ausdruck „im siebten Himmel“ ist auf den griechischen Philosophen Aristoteles zurückzuführen, der unter anderem die Astronomie begründete. Seine Theorien galten bis Ende des Mittelalters als Grundlange dieser Wissenschaft. Aristoteles glaubte, die Erdkugel stehe unbeweglich im Mittelpunkt des Kosmos. Umgeben sei sie von den sieben Sphären des Himmels. Darunter verstand Aristoteles durchsichtige Kugelschalen aus Kristall, die die Erde ummantelten. In der ersten Sphäre vermutete er den Mond, in der zweiten den Planeten Merkur, in der dritten die Venus, in der vierten die Sonne, in der fünften den Mars, in der sechsten Jupiter. In der siebten Sphäre, so dachte Aristoteles, sei der Saturn beheimatet. Aristoteles glaubte, jeder dieser Planeten sei beseelt von spirituellen Kräften. Der vollkommenste aller Himmel war seiner Theorie nach der siebte. Verliebte, die „im siebten Himmel schweben“, fühlen sich also mehr als himmlisch; sie sind in eine vollkommene Sphäre jenseits unserer Welt entrückt.

 ×× Gaunerzinken

                                                                                                                                   





(Gedanken eines Tanzleiters, der auch gerne musiziert)

Eine Volkstanz-Musik ist nur dann gut, wenn man danach gut tanzen kann. Andererseits sollte auch Musik zum Tanz immer so gut klingen, dass man gern zuhört.

Es gibt im alpenländischen Raum verschiedenste Stilrichtungen, überlieferte Volksmusik dazubieten. [...] Jeder spielt anders, aber jeder musiziert in seinem Stil gut. Ich meine, jeder Musikant sollte sich auf Grund der vielen Vorbilder seinen eigenen Stil bilden. Wichtig ist allerdings, dass die Qualität stimmt, dass gut musiziert wird.

Jeder Musikant sollte versuchen, aus seinem Instrument das bestmögliche herausholen. Dazu muss er üben. Das richtige Üben beginnt erst dann, wenn man ein Stück bereits technisch beherrscht. Ich spiele so ein Stück auf der Harmonika öfters in den verschiedensten Arten durch, staccato, portato, in mehreren Kombinationen und Lautstärken, ein- oder mehrstimmig, um die für mich bestklingende Spielart jedes einzelnen Stückes zu finden. Dazu gehört auch, nicht immer stur das ganze Stück durchzuspielen, sondern schwierige Stellen separat üben.

Volksmusik ist Tanzmusik. Heute wird Volksmusik oft konzertant dargeboten, zum Zuhören beim Musikantentreffen, bei Adventfeiern usw. Auch bei derartigen Gelegenheiten sollte man den tänzerischen Charakter der einzelnen Stücke noch spüren.

In vielen Notenheften stehen Vorbemerkungen zum besseren Musizieren. Die sollte jeder Musikant einmal lesen.                             

DIE EINLEITUNG:

Aus dieser Einführung in den Tanz soll der Tänzer bereits alles wesentliche über das folgende Stück entnehmen können:

a) welcher Tanz kommt jetzt?

b) wie schnell soll man tanzen?

c) wann beginnt man zu tanzen?

zu a) Ich nehme für die Einleitung ein kurzes Stück aus der Kennmelodie des betreffenden Tanzes.

zu b) Die Einleitung gehört genau im Tempo des folgenden Tanzes gespielt, nicht schneller, nicht langsamer, ohne Beschleunigung oder Verzögerung.

zu c) Die Einleitung braucht einen markanten Abschluss, mit Generalpause. Der Tanz selbst muss jedoch im gleichen Tempo beginnen.

Dauer der Einleitung normalerweise 4 Takte, nicht zu lange.

Keine Einleitung ist erforderlich bei allen Rundtänzen sowie bei Tänzen, die mit einem Rundtanz beginnen [...]. Hier tut es auch ein Tusch. Wenn zur Einleitung bereits getanzt wird [...], darf natürlich eine zweite Einleitung vorangehen. Auch hier zeigt allenfalls ein kurzer Tusch den Tanzbeginn an. Auch bei einfachen kurzen Tanzformen [...] kann man oft auf eine Einleitung verzichten.                             

TEMPO

wird häufig mit Schwung verwechselt. Viele Spielleute glauben irrtümlich, dass ihre Musik um so schwungvoller wirkt, je schneller sie spielen. Das Tempo soll jedoch höchstens so schnell sein, dass der Tanz nicht gehudelt wirkt. Auf keinen Fall darf der Tanzcharakter verloren gehen.

Natürlich richten sich die Tänzer nach der Musik, aber auch die Musikanten sollen sich nach den Tänzern richten: Bei guten Tänzern kann es etwas schneller werden, bei Anfängern hingegen wesentlich langsamer. Auch der Tanzboden gehört berücksichtigt: Auf Grasboden muss man langsamer tanzen als auf dem Parkett.

TEMPOÄNDERUNGEN

können einen Tanz sehr beleben, wenn sie dazu passen. So kann man etwa den Scheweh in sich beschleunigen: 1. Teil langsam beginnen (je 4 Nachstellschritte vor und zurück), 2. Teil etwas schneller (je 2 Schritte), 3. Teil (Walzer) im Walzertempo, jedoch schon im vorletzten Takt bremsen und wieder langsam beginnen.

Beim Puchberger Schottisch wird häufig die lebhaftere Form zur beschwingteren Melodie getanzt und die ruhige Form (als zweite Figur) zur ebenfalls ruhigeren zweiten Melodie. Dabei soll man jedoch beide Melodien genau gleich spielen. Häufig wird dagegen die lenhaftere Form schneller gespielt, so dass die Tänzer hudeln müssen, und die (in Melodie und Bewegung ohnehin eher verhaltene) 2. Form langsamer, so dass sie fad wirkt. Ursprünglich wurden beide Arten gleichzeitig nebeneinander getanzt, daher zwangsläufig auch gleich schnell.

Wenn im Verlauf eines Landlers ein Rundtanz vorkommt [...], sollte man ebenfalls beim gleichen Tempo bleiben. Ein Abschlusswalzer kann dagegen zum Walzertempo beschleunigt werden. Manche Tänze [...] verleiten zu einer Temposteigerung. Das heisst, der Tanz wird  mit jedem Durchspiel etwas schneller gespielt. Dazu muss ich ihn aber besonders langsam anspielen, damit ich überhaupt eine Möglichkeit zum Steigern habe.

Auch bei den meisten anderen Tänzen wäre es gut, eher etwas gemächlicher zu beginnen und dabei die Tanzenden zu beobachten. Wenn alle gleichmässig tanzen, kann ich dann etwas schneller werden bis zu einer Geschwindigkeit, bei der alle noch gut mitkommen.

Alle diese Tempoänderungen dürfen nicht abrupt erfolgen, sondern immer mit einer, wenn auch kurzen Phase der Verzögerung bzw. Beschleunigung.   

DER ABSCHLUSS:

Knapp vor'm Schluss kann das Tempo noch einmal gesteigert werden, dann bricht der Tanz mit einem Schlussakkord ab. Genauso kann ich das Tanzende auch durch eine leichte Verzögerung ankündigen oder ich setze die letzten Töne besonders markant.

Viele Tänze [...] beenden jedes Durchspiel mit einem Rundtanz. Diese Rundtanzmelodie könnte man vor dem endgültigen Schluss einmal öfter wiederholen, eventuell auch in einer anderen Tonart, oder im Tempo leicht gesteigert.

Ab und zu kann man die Tänzer foppen, also etwa mitten im Takt ohne Vorwarnung abbrechen, nach einem Schlussakkord weiterspielen, plötzlich ohne Pause in einen anderen Tanz überleiten ... Das müssen aber Ausnahmen sein, wenn sie wirken sollen. In der Regel muss der Tänzer Beginn und Ende eines Tanzes aus der Musik heraushören können.

NOTEN- ODER AUSWENDIGSPIEL:

Alle diese Anforderungen sind nur erfüllbar, wenn man die Melodie schon halbwegs kann und nicht mehr dauernd an den Noten kleben muss. Den Tänzern gefällt ein schwungvolles Auswendigspielen (mit anfangs noch einigen kleineren Harmoniefehlern) wesentlich besser als ein musikalisch noch so richtiges Notenlesen. Daher ist halbwegs annehmbare lebende Musik auch immer beliebter als das beste Tonband und die schönste Schallplatte. Diese Konserven können nie auf die Stimmung und Eigenart der Tanzenden Rücksicht nehmen, während lebende Musik mit den Tänzern mitlebt.

Auch die besten Philharmoniker brauchen einen Dirigenten. Wir Musikanten sollten uns unseren Schwung aus der Beobachtung der Tänzer holen; die Tanzbeine müssen uns den Taktstock ersetzen. Deshalb sollte möglichst jeder Musikant auch selbst tanzen können. Er sollte es nicht bloss einmal gelernt haben, sondern auch immer wieder zwischendurch selbst tanzen. Dadurch merkt er selbst am besten, wie jeder einzelne Tanz gespielt werden muss.                                                                       

ZUR TANZLÄNGE:

Viele Tänze werden eher zu lang gespielt als zu kurz. Schwierige, figurenreiche Tänze können etwas länger dauern. Ein Steirischer oder Landler verträgt ohne weiteres mehrere Durchgänge. Einfachere Tänze gehören aber wesentlich kürzer gespielt (Ausnahme reine Rundtänze). [...]

Partnerwechseltänze habe ich gern etwas länger, da ich ja mit jedem Durchspiel zu einem neuen Partner komme. Für den Reidlinger Schottisch genügt in der Grundform eine Minute vollauf. Als Wechseltanz kann man ihn mindestens doppelt so lang spielen. (Das wäre auch eine Lösung für zu lange Schallplattenaufnahmen: Mitten im Tanz sagt der Tanzleiter: "Füri geht's").

Kraftraubende und schweisstreibende Tänze gehören eher kurz gespielt. Ausnahme: knapp vor der Pause oder im letzten Teil des Tanzabends. Wenn die Tänzer beim Schlusskreis müde sind, sagen sie "schön war's". Sind sie aber bereits nach 5 Tänzen müde, tanzen sie den Rest des Abends nichts mehr.

Bei Anfängern spiele ich so lange, bis jeder die Bewegungen begriffen hat und wiederhole den Tanz dann nach kurzer Zeit. Allgemein kann man bei Tanzfesten jeden Tanz etwas länger spielen als beim Gruppenabend, bei Vorführungen eher noch etwas  kürzer.                                                                                

KENN- UND WECHSELMELODIEN:

Fast jeder Tanz hat seine Kennmelodie.  Das ist jene Weise, an der ihn die Tänzer erkennen. Mit dieser Melodie soll der Musikant auch beginnen.

Zu einigen Tänzen ist eine ziemlich lange Melodienfolge angegeben [...]. Das bedeutet aber nicht, dass man [...] sämtliche [...] Melodien mit allen Wiederholungen unbedingt spielen muss. Kennmelodie und zwei zusätzliche Wechselmelodien werden häufig ausreichen. Die Wechselmelodie kann ich aus dem Angebot frei auswählen. Wenn ich eine nicht gegebene Weise kenne, die zu dem betreffenden Tanz gut passt und vielleicht sogar aus der selben Gegend stammt, kann ich sie natürlich auch als Wechselmelodie nehmen.

Eine gute Reihenfolge wäre: Einleitung und Beginn mit der Kennmelodie (2x), dann 2. Melodie (1 oder 2x), wieder die Kennmelodie (1x), nun 3. Melodie (2x), eventuell noch eine 4. Weise, Abschluss wieder mit der Kennmelodie.

Zu vielen Tänzen ist allerdings nur eine, womöglich noch ziemlich kurze Melodie angegeben. Ich glaube aber, dass auch früher die guten Volksmusikanten nie nur eine Melodie endlos wiederholt haben. (Noch dazu, da ja in einem Ort wesentlich weniger Tänze bekannt waren, als dies heute in einer Tanzgruppe der Fall ist.) Man spielte früher bestimmt auch andere Weisen oder variierte die Grundmelodie. Oft wird es genügen, wenn ich eine Kennmelodie mit Wiederholung spiele, dann diesselbe Weise eine Quint höher in der Dominanttonart, mit Wiederholung, und dann noch einmal in der Grundtonart.

RICHTIG EINGESETZTE INSTRUMENTE:

Verschieden klingende Melodieinstrumente (etwa Geige und Klarinette) könnten abwechselnd die Hauptstimme übernehmen. Ab und zu darf ein Instrument für wenige Takte ganz aussetzen. Die dadurch bewirkte Änderung der Klangfarbe putzt viele Melodien recht gut auf. Ein guter Spieler sollte alle Noten überprüfen, ob der vorgegebene Satz auf seinem Instrument gut klingt. Vielleicht gibt es eine andere Möglichkeit, die zu seiner Besetzung besser passt.

Den Tänzern sage ich immer, sie sollen genau im Takt gehen. Dazu müssen sie diesen Takt aus der Musik heraushören können. In Schweden tanzt man häufig nur nach zwei Geigen. Unsere Tänzer brauchen aber schon ein Begleitinstrument dazu, und wäre es nur das Schrumm-schrumm einer dritten Geige. Besser wäre natürlich eine richtige Bassbegleitung oder eine Harmonika. Diese hat Bass und (sogar mehrstimmige) Melodien auf einem Instrument.

In der Melodiestimme gibt es häufig Pausen, oder es wird ein Ton ziemlich lang ausgehalten. Die Begleitung soll auch zu diesen Zeiten jeden einzelnen Tanzschritt genau andeuten, und zwar verschieden betont, je nach der Stellung im Takt. Das kann man auf der Gitarre eigentlich nur durch Zupfen erreichen (im Haupt-Taktteil betonter Grundton, Neben-Taktteil zugehöriger Akkord). Das heute weitverbreitete Schlagen der Gitarre ist nicht so gut geeignet, den speziellen Charakter eines Stückes herauszuarbeiten und hat in der alpenländischen Volksmusik nichts verloren.

Genau so ist auch die "Zitteritis" abzulehnen, also eine Begleitung mit durchgehenden Zitter-Achtel-Akkorden, besonders häufig auf der Harmonika zu hören. Wenn man es nicht an der Melodie merkt, an der Begleitung merkt man dabei keinen Unterschied mehr zwischen Polka und Walzer.

EINE SCHULFORM UND EINE LEBENSFORM

gibt es - wie beim Tanz - auch in der Musik. Ein guter Spieler wird sich kaum sklavisch an die vorgegebenen Noten und Metronomzahlen halten. Ja, er spielt - vielleicht unbewusst - einen Tanz jedesmal eine Spur anders und trotzdem jedesmal genau richtig. Andererseits muss sich ein Anfänger genau nach den Vorschriften richten, da er noch nicht das "Gespür" hat, was "man tun kann".                                                      

DER MUSIKANTENMANGEL:

Mancher wird jetzt sagen: "Alles schön und gut, aber ich muss trotzdem mit dem Tonband arbeiten, da ich keinen Harmonikaspieler finde." Nun vielleicht findet er eine oder zwei Blockflöten-Spielerinnen. Dazu noch Gitarrenbegleitung, das ergibt bereits eine ausreichende Spielmusik für eine nicht zu grosse Tanzgruppe. Genauso geeignet ist auch jedes andere zur Volksmusik passende Melodieinstrument, kombiniert mit der passenden Begleitung. Saxophon, Schlagzeug, elektro-Gitarre und ähnliche Instrumente passen aber meiner Meinung nach nicht zu unserer Musik.

Viele Leute können Klavier spielen, oder Orgel - also Instrumente, die für Tanzmusik unbrauchbar sind. Etwas Interesse vorausgesetzt, beherrscht ein halbwegs geschickter Musiker in kürzester Zeit sein (eventuell von der Gruppe beigestelltes) Akkordeon.

Das notwendige Interesse schwindet aber häufig sofort, wenn so ein Spieler nur noch musizieren soll und daher nicht mehr tanzen darf. Daher sollte jede Gruppe danach trachten, möglichst mehrere Musikanten zur Verfügung zu haben. (Es gibt ja auch Krankheits- und sonstige Ausfälle.) Einige Tänze spielt dann jeder der Musikanten mit der grössten Begeisterung, dann wird er abgelöst und kann wieder tanzen. Manchmal ist es leichter, mehrere Musikanten für je nur wenige Stücke zu bekommen als einen Mann, der alles spielen soll.

Toleranz gegenüber den (noch) nicht so guten Spielern muss natürlich im Aufbaustadium - vor allem von den Tänzern - verlangt werden.                         

EINE ANGEMESSENE VERGÜTUNG

steht jedem Musiker zu. Er hat ja auch für Instrument und Proben ständige Auslagen und zusätzlichen Zeitaufwand. Trotzdem sollen die Spielleute keine bezahlten Knechte sein, sie sollen auch ins Gruppenleben einbezogen werden, mit den selben Rechten (und Pflichten) wie jedes andere Gruppenmitglied.

Zum Schluss möchte ich Euch ersuchen, meine Anregungen nicht slavisch zu befolgen. Besser ist, man denkt darüber nach, probiert das eine oder andere aus und bildet sich zu den einzelnen Problemen selbst seine Meinung.                                          


Die Schreibweise von Franz Fuchs wurde originalgetreu, mit gekennzeichneten Auslassungen [...], beibehalten.





Für unsere Fan-Gemeinde ist es natürlich klar: OLK (liebevoll ausgesprochen "O-EL-Ka") ist die Abkürzung für Oberbaselbieter Ländlerkapelle.

Unser alt-Bassgeiger Erich Roost hat dafür allerdings seine eigene Interpretation. Für ihn bedeutet die Abkürzung Oberbaselbieter Lustknaben.

Wir haben noch kaum einen Moderatoren erlebt - sei es am Radio, Fernsehen oder an einem Heimatabend, ... -, der unseren zungenbrecherischen Kapellennamen ohne zu stolpern ausprechen konnte. Das wohl krasseste Beispiel war Oberbieselbater Kalendertabelle.

Für andere wiederum bedeutet OLK eindeutig: die Oberbaselbieter l(i)eben klüger/kleverer.






Ihren Erfolg führt die Oberbaselbieter Ländlerkapelle auf die Tatsache zurück, dass sie die folgenden Regeln, die sie von einem alten Musikpädagogen erhalten hat, strikt einhält.


1.   Es muss angestrebt werden, dass alle mit dem Spielen gleichzeitig beginnen und aufhören. Falls dies nicht gelingt, gilt folgendes: Wenn alle andern am Ende sind, müssen Sie darauf verzichten, jene Teile zu spielen, die Sie noch übrig haben.

2.   Der Gruppenleiter muss zu Beginn deutlich und laut den Einsatz geben, der einheitlich lautet: "Zwo, drei!". Der Gruppenleiter hat aber nur drei Versuche, dann kommt sein linker Nachbar an die Reihe.

3.   Sie müssen stets die maximale Zahl von NpS (Noten pro Sekunde) anstreben. Der schnellste Spieler bestimmt in jedem Fall das Tempo.

4.   Sollten Sie an einer Stelle zeitlich zurückfallen - durch eine schwierige Passage, durch Umblättern der Noten oder durch einen unerlässlichen Griff zum Bierglas -, so müssen Sie versuchen, durch schnelleres Spielen die andern möglichst bald wieder einzuholen, auf jeden Fall vor dem Ende des Stückes (s. Punkt 1).

5.   Sollte für Sie eine längere Unterbrechung erforderlich werden, z.B. durch das Einsammeln und Ordnen herabgefallener Notenblätter, so dass das musikalische Einholen aussichtslos scheint, so müssen Sie absolute Ruhe bewahren und den Eindruck vermitteln, dass Ihre Stimme gerade Pause hat.

6.   Halten Sie bei jedem Wiederholungszeichen an und besprechen Sie gründlich, ob wiederholt werden soll oder warum nicht. Stimmen Sie demokratisch ab.

7.   Sind Sie hoffnungslos raus oder kennen Sie das Stück nicht, welches die andern spielen, so müssen Sie Ihr Instrument lautlos weiterspielen, um den Gesamteindruck zu wahren. Auf keinen Fall dürfen Sie den Platz verlassen.

8.   Wenn alle andern falsch und Sie alleine richtig spielen, sollten Sie versuchen, auch falsch zu spielen, jedoch unter Beibehaltung der Tonart.

9.   Wenn Sie danebengegriffen haben, dürfen Sie Ihrem Nachbarn einen vorwurfsvollen Blick zuwerfen und kurz den Kopf schütteln.

10.  Findet eine Gruppe den Schluss des Stückes nicht, so dürfen sich die Spieler nicht gegenseitig ratlos anschauen, sondern müssen unbeirrt bis zum vorgesehenen Ende der Veranstaltung weiterspielen. Das Ende der Veranstaltung ist deshalb zu Beginn genau festzulegen (Uhrenvergleich nicht vergessen).

Wir hoffen, dass diese Empfehlungen allgemeine Anerkennung finden und damit eine friedliche Entwicklung des Zusammenspiels gefördert wird.

 
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